Was ist eine Elektroneurographie (das ENG)?

Die Elektroneurographie (ENG) ist eine Untersuchung der elektrischen Funktion der Nerven.
Es lässt sich mit ihrer Hilfe feststellen, ob der motorische Nerv, die Erregungsübertragung vom Nerv auf den Muskel oder die Signalaufnahme und -weiterleitung von Hautnerven zum zentralen Nervensystem gestört ist.
Ebenso lässt sich eingrenzen, ob die Nervenfasern selbst oder eher ihr Hülle geschädigt ist, was Rückschlüsse auf mögliche Ursachen erlaubt.
Dieses Untersuchungsverfahren ergänzt sich oft mit der Elektromyographie, sodass beide häufig zusammen in einer Sitzung durchgeführt werden.

Vorgehen bei der ENG:
Bei dieser Untersuchung wird der Nerv meist an mehreren Stellen in seinem Verlauf elektrisch gereizt.
Gemessen wird die Zeit, die jeweils zwischen Nervenreizung und Messung der Reizantwort (z.B. Kontraktion des dazugehörigen Muskels) vergeht.
Aus der Differenz der Leitungszeiten und der Strecke zwischen den beiden Reizungsorten kann der Arzt nun die Geschwindigkeit der Nervenleitung errechen.
Die Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) ist in der Regel sehr schnell (ca. 50 Meter in der Sekunde) und muss daher elektronisch gemessen und berechnet werden.

Nur in seltenen Fällen werden die erforderlichen Stromimpulse als schmerzhaft empfunden; meist ist der „Schreck" das schlimmste.

Was kann mit einer Elektro-Neurographie diagnostiziert werden?
·der Schweregrad einer Polyneuropathie, einer bestimmten Erkrankung des
Nervensystems, die z.B. bei Diabetes mellitus vorkommt.
·genauer Ort und Schwere eines durch Verletzung entstandenen
Nervenschadens.